Rückfahrkamera – sie hilft in vielen Situationen

Täglich geschehen auf Deutschlands Straßen Autounfälle und rund 40 % der Unfälle passieren laut den Versicherungen beim Parken oder Rangieren. Ganz besonders das Rückwärtsausparken scheint für Unfälle anfällig zu sein, denn es entstehen 41.7 % der Schäden eben bei diesen Manövern. Damit stressfrei eingeparkt und rückwärts gefahren werden kann, gibt es die Rückfahrkameras.

Wie funktioniert eine Rückfahrkamera?

Der Name sagt es bereits aus: Eine Rückfahrkamera dient dazu, um einen bestimmten Bereich hinter dem PKW aufzunehmen. In der Regel wird die Kamera am Heck des Wagens, zumeist an der Stoßstange oder der Halterung des Nummerschildes montiert.

Das optische Signal wird dann ein einen Monitor, der zum System gehört weitergeleitet oder aber ein Autoradio mit Bildschirm handeln bzw. einem Navigationsgerät. Die Übertragung der Signale erfolgt per Kabel oder per Funksignal.

Im Cockpit befindet sich das Display und dieses muss gut sichtbar für den Fahrer sein. Es zeigt den kompletten Bereich hinter dem Fahrzeug an und das ohne gefährliche tote Winkel. Damit wird das Einparken in engen Parklücken erleichtert oder wenn es sich um ein größeres Fahrzeug handelt – bspw. ein Wohnmobil – oder ein Fahrzeug mit Anhänger wird das rangieren wesentlich einfacher.

Die Vor- und Nachteile

                       Die Vorteile                          Die Nachteile
+ der tote Winkel wird verkleinert – mehr Sicherheit beim Fahren x evtl. ein verzerrtes Bild durch Weitwinkelobjektiv – ist gewöhnungsbedürftig
+ hilfreich beim einparken in kleinen Lücken x ungeübte Fahrer können dadurch abgelenkt werden
+ das Rangieren und Parken mit Anhänger wird erleichtert x der Einbau muss vom Fachmann durchgeführt werden
+ Hindernisse & Gefahren werden beim Rückwärtssetzen sofort erkannt

Hinweis: Die Rückfahrkameras müssen nicht unbedingt über einen Abstandsmesser verfügen. Das bedeutet, der Fahrer erhält ein Signal, wie nah das Hindernis ist. Beim Rückwärtsfahren sollte sich der Fahrer an dem Bild der Kamera und den eingeblendeten Abstandslinien orientieren bzw. an dem, was er im Rückspiegel sieht.

Die verschiedenen Arten von Rückfahrkameras

Das Display auf dem Armaturenbrett

Hierbei sind Kamera und Monitor per Kabel oder Funksignal miteinander verbunden. Das Display wird mithilfe einer Halterung auf dem Armaturenbrett oder der Frontscheibe angebracht. Allerdings kann auch der Bildschirm des Navigationsgerätes oder das Display des Autoradios genutzt werden.

Die Vor- und Nachteile:

+ der Monitor ist frei platzierbar

+ ein großes Display

– Bildschirm stört die Sicht nach vorn

Das Display auf dem Innenspiegel

Auch hier sind Display und Kamera per Kabel oder Funksignal verbunden. Der Monitor ist dabei direkt auf dem Innenspiegel befestigt. Dabei erfolgt die Abbildung des Kamerabildes nur auf einem Teil des Rückspiegels.

Die Vor- und Nachteile

+ unauffällig und platzsparend

+ Sicht nach vorn ist nicht eingeschränkt

– das Display spiegelt sich häufig

– der Bildausschnitt ist sehr klein

Worauf beim Kauf einer Rückfahrkamera achten?

Wer eine Rückfahrkamera nachrüsten möchte, der sollte sich vor allem vor dem Kauf darüber Gedanken machen, welches System er bevorzugt. Wichtig ist jedoch, die Weite des Blickwinkels, wo das Display montiert wird und vor allem auch, wie das Signal von der Kamera zum Monitor gelangt.

  • Der Blickwinkel – alles im Blick

Hier gilt das Motto: Je größer, desto besser. Die Kamera, die an der Stoßstange befestigt ist, sollte das Geschehen hinter dem Fahrzeug in einem möglichst weiten Winkel erfassen. Somit wird für mehr Sicherheit beim Rückwärtsfahren und Parken gesorgt. Denn es werden Objekte sowie Menschen und Tiere erfasst, die sich hinter dem Fahrzeug befinden. In der Regel weisen die Modelle einen Winkel von 110 bis 170 Grad auf.

  • Das Display – alles im Bild

Grundlegend kann man sich entscheiden, welches Display vorgezogen wird: soll es am Armaturenbrett befestigt werden oder vor den Innenspiegel geklemmt werden. Welches Display es sein soll, das hängt von den persönliche Vorlieben ab. Von beiden werden gute Bilder geliefert und beide haben sich bereits in der Praxis bewährt. Allerdings stört einige Fahrer das eingeschränkte Sichtfeld nach vorn, wenn der Monitor auf dem Armaturenbrett angebracht ist. Von anderen Nutzern hingegen wird bemängelt, dass der Monitor am Rückspiegel bei einigen Rückfahrkameras stark reflektiert.

  • Die Signalübertragung – die korrekte Verkabelung

Die Bilder, die von der Kamera aufgenommen werden, können zum Display auf zweierlei Art und Weise übertragen werden: Via Kabel oder Funkübertragung. Wer sich für eine Rückfahrkamera mit klassischer Kabelverbindung entscheidet, der muss die Kabel feinsäuberlich vom Kofferraum bis nach vorn ins Cockpit verlegen. Dafür kann es durchaus notwendig sein, dass Löcher in den Innenraum gebohrt werden müssen. Aus diesem Grund sollte die Installation möglichst von einem Fachmann übernommen werden.

Bei einer Rückfahrkamera mit Funk sind keine zusätzlichen Bohrungen notwendig. Aber auch hier funktioniert der Aufbau nicht ganz ohne Kabel, denn zumindest zwischen Funk Kamera bzw. Monitor und dem zugehörigen Sender muss eine physische Verbindung bestehen. Dafür lassen sich die Kabel ganz leicht durch bereits bestehende Öffnungen an der Heckklappe bzw. entlang der Außenseite des Armaturenbrettes verlegen.

Die Nachtsichtfunktion – nie wieder im Dunkeln stehen

Damit auch nach Einbruch der Dunkelheit sicher eingeparkt und rangiert werden kann, sollte man sich für eine Rückfahrkamera mit Nachtsichtfunktion entscheiden. Dafuer sind rund um die Kameralinse kleine lichtimmiterende Dioden (LEDs) angebracht und diese geben Infrarotlicht ab.

IP-Schutzklasse und Temperaturbeständigkeit – gewappnet gegen die Witterung

Da die Rückfahrkamera außen am Fahrzeug montiert wird, ist sie ständig dem Wetter, Schmutz und Staub ausgesetzt. Damit sie dennoch einen langen Dienst verrichtet, trotz der hohen mechanischen Belastung, sollten sie gegen Staub und Wasser geschützt und temperaturbeständig sein. Empfohlen ist die IP-Klasse 65! Was die Temperatur angeht so können die meisten der Modelle Temperaturen zwischen – 20 und +70 Grad aushalten.

Alternativen zu den Rückfahrkameras

Allerdings sind Rückfahrkameras nicht jedermanns Sache, auch wenn der Bildschirm hilfreiche Informationen beim Einparken liefert, aber einige Fahrer nehmen ihn als Ablenkung wahr. Aus diesem Grund hier noch zwei Alternativen: Die Einparksensoren und die selbstlenkenden Systeme.

Der Einparksensor:

  • Abstandsmessung durch Ultraschallsensoren an der Stoßstange
  • Sensoren sind vorn und hinten angebracht
  • Licht- und Tonsignale waren den Fahrer vor Hindernissen
  • Die Messung ist genauer, je mehr Sensoren montiert sind

Die Selbstlenkenden Systeme

  • das Lenkmanöver für den Fahrer wird übernommen
  • die Abstandsmessung erfolgt durch Ultraschallsensoren an den Stoßstangen & Kotflügeln
  • Der Elektromotor an der Lenkung wird durch Sensorsignale gesteuert
  • Vom Fahrer wird nur die Geschwindigkeit gesteuert
  • Für ein exakteres Ergebnis besteht eine Kopplung mit der Rückfahrkamera